Erläuterung:
Natürlich können auf Kundenwunsch auch alle Musiker in einem Raum spielen - das Resultat ist dabei allerdings eine Art "Live aus dem Schlachthof" Sound, da jedes Instrument mit unterschiedlichen Verzögerungen/Lautstärken in jedes Mikro einspricht.
Das menschliche Ohr hört diese verzögerten Signale als unnatürliche Frühreflektionen, die für jedes Instrument anders ausfallen, und kann diesen kein einheitliches Raumempfinden zuordnen.
Die in der Grafik gezeigte Aufnahmemethode hat sich in der jahrelangen Praxis mit Musikern aus dem Profi und Hobbybereich sehr bewährt, denn sie verbindet die Vorteile des reinen Playback- mit denen des reinen Live-Einspielverfahrens.
Auf der einen Seite können die Musiker wie gewohnt zusammen spielen - auch Instrumente, die später overgedubbt werden sollen, werden als Guidespuren mit aufgenommen und somit müssen die anderen Musiker keine Takte mitzählen, sondern können sich völlig auf ihre Musik konzentrieren.
Auf der anderen Seite steht die 100%ige Signaltrennung à la Playback-Verfahren die durch ein paar kleine Aufstellungstricks erreicht wird:
Das Schlagzeug in A1 kann in keinen anderen Raum übersprechen, noch kommt die Gitarre etc. über die Schlagzeugmikros. Der Schlagzeuger bekommt einen geschlossenen Kopfhörer mit seinem Cuemix inkl. Lexicon-Hall und Kompression. Alle bisherigen Schlagzeuger (inkl. meiner selbst) fanden diesen Monitorsound genial und waren dadurch auch etwas beflügelt.
In A2 werden wegen des direkten Sichtkontakts mit A1 alle elektrischen (E-Git, E-Bass, Keyboards, E-Pianos, Orgeln...) und die Guidevocals etc. plaziert. Die Keyboards und der Bassverstärker (DI) werden direkt ins Pult gesteckt, und von den Gitarrenverstärkern wird der der Speakerausgang sowohl auf den Speaker in A2 (für die Musiker) als auch auf einen zweiten Speaker in A5 gesteckt, der dort völlig isoliert (Übersprechen) von den anderen Instrumenten in A2 abgenommen werden kann - im übrigen dadurch auch mit größeren Distanzen!
Der Clou dabei ist, daß keiner in A2 einen Kopfhörer aufzusetzen braucht, die Drums und Guidevocals werden über die großen Tannoys eingespielt, und durch den Sichtkontakt von A1 zu A2 kann die ganze Rhythmusgruppe wie gewohnt spielen, nur der Schlagzeuger bekommt einen HearSafe Big-Phone damit nichts auf die Schlagzeugmics überspricht.
Nach belieben können noch zusätzliche, akustische Instrumente in A3 und A4 mit aufgenommen, (sei es nur als Guides) und/oder später evtl. overgedubbt werden...
Übrigens: Für Speaker-Abnahme Freaks unter den Bassisten kann das aufgenommene DI-Signal beim Abmischen auf den Bass-Amp in A1 gelegt, und somit ebenfalls ohne Übersprechen seinen Sound bekommen...
Außerdem können bis zu sieben Stereo-Monitormixe (Kopfhörer-Matrix) gemacht werden, das heißt daß z.B. im Bläsersatz jeder sein eigenes Instrument so laut kriegt, wie er es braucht!
Siehe auch: Philosophie